Martinsturm Bregenz

Jakobsweg

 

 

Historisches zum Jakobsweg Bregenz

In Bregenz gab es im Mittelalter ein „Seelhaus“, eine Art Hospiz, in dem „arm ellend Lüt und Bilgrin“ Speise und Unterkunft bekamen.

Hier trafen sich die Pilger, welche aus dem Südwesten Deutschlands durch das Rheintal nach Rom oder ins Heilige Land unterwegs waren. Für die meisten Pilger war Bregenz Etappenort auf dem Weg nach Einsiedeln. Dazu gesellten sich Wahlfahrer, die auf dem gleichen Weg noch weiter bis nach Santiago de Compostela zogen.

Die Pilger nach Einsiedeln kamen auf mehreren Wegen zum Bodensee. Im Oberallgäu trafen sich Pilger, die auf verschiedenen Wegen von Augsburg, München, Passau und Salzburg her kamen und solche, die vom Inntal auf der Salzstraße über den Fernpass zum Bodensee wanderten.

 

Karte: Staatsarchiv St. Gallen

Spätestens im ehemals zu Vorarlberg gehörenden Scheidegg hatte man sich zu entscheiden, ob man den Weiterweg über Lindau oder über Bregenz wählte.

Im Mittelalter wurde oft der Seeweg von Lindau nach Rorschach bevorzugt. Durch die Reformation entstand im Bodenseeraum ein konfessionelles Mosaik, das in den Zeiten der religiösen Intoleranz viele Wallfahrer veranlasste, vorsichtshalber Wege durch nicht protestantisch gewordene Orte zu wählen.

So wurde das katholisch gebliebene Bregenz als Etappenort oft mehr geschätzt als das evangelisch geprägte Lindau. Aus dieser Zeit stammen in der Bregenzer St. Michaelskapelle unter der Stadtpfarrkirche St. Gallus auch einige Kritzeleien von Pilgern, bei denen die Jakobsmuscheln auf das Ziel Santiago hindeuten.

 

Quelle: Helmut Tiefenthaler