Der Martinsturm mit
Martinskapelle war das
erste Barockbauwerk
am Bodensee und ist
historisch gesehen im
Zusammenhang mit
der mittelalterlichen
Stadtgründung einzu-
ordnen, welche auf die
in der Mitte des 13.JH
zurückgeht.
Auch dürfte in dieser
Zeit mit dem Bau des
Martinsturmes begonnen
worden sein, die Stiftung
der Martinskapelle wird
am 1. Oktober 1362
urkundlich erwähnt.
Der ursprüngliche Bau
wurde als Würfel über
dem gräflichen Weinkeller
errichtet, überragte die
Stadtmauer nur wenig und
trug ein Pyramidendach.
In dem Raum über der eingezogenen Zwischendecke befand sich die mit Fresken reichlich ausgeschmückte Dienstmannkapelle der Grafen von Montfort, der untere Teil wurde als Kornspeicher und Sammelstelle der herrschaftlichen Abgaben genutzt.
Als Folge des großen Stadtbrandes von 1581 erfolgte von 1599-16o1 die Erhöhung des Würfels zur Hochwacht mit drei weiteren Geschossen und die Einrichtung einer >Türmerwohnung zur Brandbeschau der Vorstadt ward beschlossene Sache.
Durch das Aufsetzen der größten Zwiebelkuppel Mitteleuropas vollendete der mit der Aufstockung beauftragte Graubündner Baumeister >Benedetto Prato die neu entstandene Hochwacht zu einer Gesamthöhe von ca. 39 Meter.
Im Jahr 16o2 errichtete der Bregenzer Baumeister Hundertpfund (nach ULMER, 1936, S.148) die hölzerne Außentreppe an der Südwand, welche zum Eingang in halber Höhe des Turmes führt. Nach SANDNER (VLBG HEFT 2, 1969) erbaute der Bregenzer Werkmeister Hans Buschor die überdachte Holzstiege.
In den Jahren 1701-1705 wurde das Langhaus errichtet. Es wird vermutet, dass in dieser Zeit der Durchbruch in der Westwand in Form eines Triumphbogens erfolgte und so eine kleine Kirche für die Bregenzer Oberstadt geschaffen wurde.
191o-1914 legte der Maler >Florus Scheel aus Feldkirch die Fresken wieder frei, welche im Jahre 1648 auf Anweisung des damaligen Stadtammann Johann Deuring übertüncht wurden.