Martinsturm Bregenz

Geschichte

 

 

Historisches zum Martinsturm

 


Martinsturm Bregenz mit Langhaus und ehemaliger Versorgungsstation um 1910

Der Martinsturm mit

Martinskapelle war das

erste Barockbauwerk

am Bodensee und ist

historisch gesehen im

Zusammenhang mit

der mittelalterlichen

Stadtgründung einzu-

ordnen, welche auf die

Grafen von Montfort

in der Mitte des 13.Jh.

zurückgeht.

 

Auch dürfte in dieser

Zeit mit dem Bau des

Martinsturmes begonnen

worden sein, die Stiftung

der Martinskapelle wird

am 1. Oktober 1362

urkundlich erwähnt.

 

Der ursprüngliche Bau

wurde als Würfel über

dem gräflichen Weinkeller

errichtet, überragte die

Stadtmauer nur wenig und

trug ein Pyramidendach.

In dem Raum über der eingezogenen Zwischendecke befand sich die mit Fresken reichlich ausgeschmückte Kapelle der Grafen von Montfort, welche dem Hl. Martin geweiht wurde, der untere Teil wurde als Kornspeicher der Stadt genutzt. 

 

Von 1599-1601 erfolgte die Erhöhung des Turmes um drei Geschosse sowie das Aufsetzen der grössten Zwiebelkuppel Mitteleuropas durch den Graubündner Baumeister Benedetto Prato zu einer Gesamthöhe von ca. 39 Meter.

 

Im selben Jahr errichtete der Bregenzer Baumeister Hundertpfund die hölzerne Außentreppe an der Südwand, welche zum Eingang in halber Höhe des Turmes führt.

 

Weiters wurde aufgrund der strategisch wichtigen Lage als auch wegen der drohenden Feuergefahr im Hochmittelalter die Einrichtung einer Türmerwohnung im 2.Stock als Hochwacht beschlossen, welche seit dieser Zeit schon etliche Generationen von Türmern beherbergte und bis heute von einem Türmer bewohnt wird.

 

In den Jahren 1701-1705 wurde das Langhaus errichtet. Es wird vermutet, dass in dieser Zeit der Durchbruch in der Westwand in

Form eines Triumphbogens erfolgte, die Zwischendecke entfernt

und mit dem so entstandenen Chorraum eine kleine Kirche geschaffen wurde.

 

1910-1914 legte der Maler Florus Scheel aus Feldkirch die

Fresken wieder frei, welche im Jahre 1648 auf Anweisung des damaligen Stadtammann Johann Deuring übertüncht wurden.

 

Seit 1986 ist in den drei Geschossen des Martinsturmes

das "Militär Museum Vorarlberg" untergebracht.

Das Museum beleuchtet mit einer Reihe von Exponaten einen

Aspekt der Heimatgeschichte und versteht sich im Stile eines Heimatmuseums als Bewahrer von Geschichte und Tradition.